Neue Bachelor-Prüfungsordnung zum Wintersemester 2026/2027
Ab dem (kommenden) Wintersemester 2026/2027 gilt eine neue Prüfungsordnung für den Bachelor Computerlinguistik.
Drei Vorlesungen wurden umbenannt
- Statistische Methoden für die Computerlinguistik ↦ Einführung in das maschinelle Lernen
- Formale Syntax ↦ Computationelle Syntax
- Formale Semantik ↦ Computationelle Semantik
Die ‚statistischen Methoden‘ sind schon lange (mindestens seit 2019) keine klassische Statistik-Vorlesung mehr, sondern eben eine Einführung in das maschinelle Lernen, also ist es gut, dass die Vorlesung auch so heißt.
Zwei Prüfer bei Prüfungen, durch die man endgültig den Studienanspruch verlieren kann
Schriftliche Prüfungen, die beim Nichtbestehen dazu führen würden, dass der Prüfungsanspruch, und damit auch der Studienanspruch verloren geht (also Zweit- und Drittversuche), müssen von mindestens zwei Prüfern korrigiert werden.
Die Prüfungsordnung hält Studierende dazu an, in solchen Fällen die Prüfenden darauf hinzuweisen, dass zwei Prüfende die Klausur korrigieren müssen.
Die Regel gilt unserem Verständnis nach, egal ob ihr die Prüfenden darauf hinweist oder nicht. Wir empfehlen trotzdem, immer frühzeitig Bescheid zu geben, um Chaos zu euren Ungunsten zu vermeiden.
Keine Spezialisierung mehr im 25%-Bachelor
Bisher gab es den 25%-Bachelor in zwei Varianten, einmal mit einer Spezialisierung in „Angewandte Computerlinguistik“ und einmal mit einer Spezialisierung in „Formale Linguistik“. Diese Unterscheidung ist aufgehoben, alle 25%-Colis müssen die gleichen Veranstaltungen absolvieren:
- Einführung in die Computerlinguistik
- Mathematische Grundlagen
- Programmieren I
- Programmieren II
- Minor Studies in CL I (5 LP)
- eine Veranstaltung mit dem Kürzel „MS-CL I“
- Minor Studies in CL II (6 LP); hier kann gewählt werden aus
- Einführung in das maschinelle Lernen
- Computationelle Semantik
- einer Veranstaltung mit dem Kürzel „MS-CL II“
Welche Veranstaltungen die Kürzel „MS-CL I“ oder „MS-CL II“ tragen, entnehmt ihr dem Vorlesungsverzeichnis (also ganz konkret der Liste auf der Institutswebsite oder heiCO).
Das ist eine gute Nachricht, denn die Spezialisierungen sind schon länger überholt: In der Spezialisierung ‚Formale Linguistik‘ musste man keinen Programmierkurs machen, was in den letzten Jahren immer wieder zu Problemen geführt hat, da Programmieren ein wichtiger Bestandteil des Fachs ist. Die Abschaffung der Spezialisierung reduziert die Komplexität des Studiengangs etwas, und verhindert, dass man eine Option wählt, die mehr schadet als nützt.
Wir erwarten, dass die meisten Proseminare das Kürzel ‚MS-CL I‘ tragen werden. ‚MS-CL II‘ wird vermutlich restriktiver vergeben, damit man in dem Modul immer eine Veranstaltung hören muss, die etwas mit maschinellem Lernen oder mit Semantik zu tun hat.
Antrag, um in der alten Prüfungsordnung zu bleiben
Studierende, die vor dem Wintersemester 2026/2027 das Studium begonnen haben, können auf Antrag noch bis zum Ende des Wintersemesters 2029/2030 nach der alten Prüfungsordnung studieren.
Für 50%-, 75%- und 100%-Colis ist die neue Prüfungsordnung ist unserem Eindruck nach besser. Eine Ausnahme gibt es: Manche Vorlesungen (z.B. Semantik) haben jetzt offiziell mehr Voraussetzungen, das ist für die Studienplanung eventuell relevant. Insgesamt würden wir trotzdem davon abraten, einen Antrag zu stellen.
Für 25%-Colis könnte sich dieser Antrag lohnen: Manche Veranstaltungen, die früher Teil des 25%-Bachelors waren, sind es jetzt nicht mehr (Einführung in die Sprachwissenschaft, Computationelle (bzw. damals noch: Formale) Syntax, Logische Grundlagen). Wenn ihr diese Veranstaltungen weiterhin anrechnen lassen wollt, müsst ihr in der alten Prüfungsordnung bleiben. Wichtig: Ab dem Sommersemester 2030 gilt auf jeden Fall die neue Prüfungsordnung. Je nach Studienverlauf und -fortschritt erhöht ein Verbleib in der alten Prüfungsordnung also den Zeitdruck.
Je ein Modul für Logik und Mathe
Die Vorlesungen „Logische Grundlagen“ und „Mathematische Grundlagen“ leben jetzt jeweils in einem eigenen Modul. Das führt (ähnlich wie das Beimischen von Öl zu Butter) zu besserer Streichbarkeit: Man kann bei der Berechnung der Endnote diese beiden Vorlesungen jetzt individuell streichen.
Die Modularisierung der Vorlesungen in der Computerlinguistik war schon immer mehr oder weniger irrelevant, da die Vorlesung–Modul-Zuordnung fast immer 1-zu-1 war. Mathe und Logik waren die eine Ausnahme, die jetzt auch angeglichen wurde. Reduktion unnötiger Komplexität ist eine feine Sache.
Teilzeitstudium
Es ist nun möglich, Computerlinguistik in Teilzeit zu studieren. Zugelassen zum Teilzeitstudium sind Studierende, die
- Kinder versorgen, oder
- pflegebedürftige Angehörige versorgen, oder
- Vollzeit arbeiten, oder
- aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht in Vollzeit studierenden können.
Weniger verschiedene Modulkürzel für Seminare
Inhaltswarnung: Irrelevant
Neben den regelmäßig angebotenen und in der Prüfungsordnung namentlich erwähnten Vorlesungen (z.B. „Programmieren II“, „Einführung in die Sprachwissenschaft“, …) gibt es auch Veranstaltungen, die nicht explizit erwähnt werden. Oft sind das Seminare (deren Themen sich danach richten, was gerade aktuell ist, und die man deswegen nicht festschreibt) oder zusätzliche Vorlesungen (die nur gelegentlich angeboten werden, oder sich auch öfter mal ändern).
Wie diese angerechnet werden können, sagen die Modulkürzel, die jedes Semester und für jede Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis angegeben sind. Hier gab es Vereinfachungen.
Bei den im Volksmund „Proseminaren“ genannten Veranstaltungen (müssen nicht zwingend Seminare sein) wurden die Kürzel wie folgt zusammengefasst:
- 100%- und 75%-Bachelor: CS-CL, CS-CL-6, CS-FL-6 → CS-CL
- 50%-Bachelor: BS-CL, BS-CL-6, BS-FL-6 → BS-FL
- 25%-Bachelor: BS-AC, BS-AC-4, BS-AC-3, BS-FL, BS-FL-4, BS-FL-3 → MS-CL I, MS-CL II
Bei den im Volksmund „Hauptseminaren“ genannten Veranstaltungen (müssen nicht zwingend Seminare sein) wurden die Kürzel wie folgt zusammengefasst:
- 100%-, 75%- und 50%-Bachelor: AS-CL, AS-FL → AS-CL
Durch die Vereinfachung der Modulkürzel gibt es jetzt etwas weniger Gelegenheiten für Fachschaftler, die sich richtig tief in die Prüfungsordnung eingelesen haben, ihre Mitmenschen zu ‚uhm ackchyually‘-en. Das ist sicherlich gut.
Weitere Ressourcen
Die folgenden Seiten sind bereits auf die neue Prüfungsordnung angepasst, ihr könnt diese also nutzen, um euer Studium nach der neuen Prüfungsordnung zu planen:
- Per Anhalter durch das Bachelor-Studium
- Per Anhalter durch das Bachelor-Studium: Interaktiver Kurs-Guide
- Interaktiver Notenrechner
Die historischen Versionen der Seite (zum Vergleich, oder falls ihr beantragt habt, in der alten Prüfungsordnung zu bleiben) stehen euch ebenfalls zur Verfügung:
- Per Anhalter durch das Bachelor-Studium vor dem Wintersemester 2026/2027
- Per Anhalter durch das Bachelor-Studium: Interaktiver Kurs-Guide vor dem Wintersemester 2026/2027
- Interaktiver Notenrechner vor dem Wintersemester 2026/2027
Quellen
Die gültigen Studien- und Prüfungsordnungen findet ihr auf der Site der Neuphilologischen Fakultät:
- Studien- und Prüfungsordnungen an der Neuphilologischen Fakultät, insbesondere
- Prüfungsordnung Allgemeiner Teil Moderne Sprach- und Literaturwissenschaften BA (2026-08-28)
- Prüfungsordnung Computerlinguistik BA (2026-08-11)
- Prüfungsordnung Computerlinguistik MA (2018-03-26) (unverändert)
- Prüfungsordnung Allgemeiner Teil Moderne Sprach- und Literaturwissenschaften MA (2022-02-02) (unverändert)
Falls ihr euch auch gewundert habt, ob es wohl auch eine amtliche Fassung zu den ganzen „nichtamtliche[n] Lesefassung[en]“ gibt:
- Prüfungsordnung Allgemeiner Teil Moderne Sprach- und Literaturwissenschaften BA (2026-08-30) im Mitteilungsblatt der Rektorin
- Prüfungsordnung Computerlinguistik BA (2026-08-11) im Mitteilungsblatt der Rektorin
Zum Vergleich haben wir auch noch die alten Prüfungsordnungen für euch: